Warum sollten in der Drôme und der Gervanne keine Staudämme errichtet werden?
Was gibt es bei heißem Wetter Schöneres, als zum Ufer der Drôme oder der Gervanne hinunterzugehen, die Füße ins Wasser zu tauchen und den Fluss zu genießen?
Und wenn man Wasser und Hunderte von Kieselsteinen vor sich hat, liegt eine bestimmte Beschäftigung ganz nahe: einen kleinen Damm zu bauen.
Ein paar aufgeschichtete Steine, ein Staudamm, ein neuer Durchlass für den Wasserlauf … Das macht Spaß, vor allem mit den Kindern, und es scheint völlig harmlos zu sein.
Unter der Oberfläche ist der Fluss jedoch weitaus lebendiger, als es den Anschein hat.
Ein Kieselstein ist nicht immer „nur ein Stein“
Unter und zwischen den Kieselsteinen verbirgt sich eine ganze kleine Welt.
Zahlreiche kleine Wasserlebewesen nutzen diese Bereiche, um dort zu leben, Schutz zu finden oder sich zu entwickeln. Auch Fische sind auf die Vielfalt des Flussbodens und der Strömungen angewiesen.
Wenn man für den Bau eines Staudamms viele Steine bewegt, verändert man also nicht nur die Landschaft: Man verändert auch einen kleinen Teil ihres Lebensraums.
Aus diesem Grund erklären wir den Kindern gerne eine ganz einfache Regel:
Dieser Kieselstein ist vielleicht bereits das Zuhause von jemandem!
Kann ein kleines Stauwehr wirklich etwas bewirken?
Ein von Hand errichteter Damm mag im Vergleich zur Drôme oder zur Gervanne winzig erscheinen.
Er kann jedoch die Wasserströmung lokal verändern: An einigen Stellen verlangsamt sich die Strömung, sie verlagert sich, und die Lebensräume zwischen den Kieselsteinen können dadurch gestört werden.
Ein einzelner Damm ist natürlich nicht dasselbe wie ein großes Bauwerk. Doch im Sommer, wenn täglich viele Menschen den Fluss aufsuchen und immer wieder dieselbe Handlung ausführen, können sich kleine Eingriffe schnell häufen.
Auf dem Campingplatz Gervanne kommen wir manchmal vor, dass wir an einem einzigen Vormittag gleich mehrere davon entdecken.
Anstatt also zu versuchen, den Fluss zu gestalten, ist es am besten, den Verlauf zu nutzen, den er selbst gezeichnet hat.
Man kann IM Fluss spielen, ohne MIT dem Fluss zu spielen
Und seien Sie unbesorgt: Das bedeutet keineswegs, dass man das Wasser vom Ufer aus betrachten muss, ohne es zu berühren! 😄
Ganz im Gegenteil!
Gehen Sie schwimmen, tauchen Sie Ihre Füße ins Wasser, beobachten Sie die Fische, suchen Sie nach kleinen Tierchen, schauen Sie mit einer Taucherbrille unter Wasser, erkunden Sie die Unterwasserwelt gemeinsam mit den Kindern…
Kurz gesagt: Genießen Sie den Fluss!
Wir bitten lediglich jeden, darauf zu verzichten, Dämme zu errichten und die Kieselsteine unnötig zu verschieben.
Was ist, wenn ich einen bereits errichteten Damm vorfinde?
Nun gut, hier machen wir eine kleine Ausnahme: Sie haben unsere Erlaubnis, in den Abrissmodus zu wechseln!
Ein bereits vorhandener Damm kann vorsichtig abgetragen werden, damit das Wasser wieder ungehindert abfließen kann.
Es geht natürlich nicht darum, den gesamten Flussgrund umzugraben: Man entfernt lediglich vorsichtig die Steine, die sich zu einem Damm aufgeschichtet haben, ohne dabei zu graben, und achtet dabei darauf, was zwischen den Kieselsteinen leben könnte.
Und natürlich sollten Sie stets auf Ihre eigene Sicherheit und den Stromfluss achten.
Die Drôme entdecken, um sie besser zu schützen
Wir haben auf dem Campingplatz Gervanne ein besonderes Glück: Am Fuße des Campingplatzes fließen zwei Flüsse zusammen, die Drôme und die Gervanne.
Anstatt einfach nur immer mehr „Verbotsschilder“ aufzustellen, möchten wir den Menschen lieber die Möglichkeit geben, ihre Umgebung besser zu verstehen.
Aus diesem Grund bieten wir im Sommer Aktivitäten unter der Leitung von Naturführern an: Erkundung der Drôme, Kennenlernen ihrer Bewohner, Beobachtung der Artenvielfalt und Sensibilisierung für die Funktionsweise des Flusses.
Denn sobald man beginnt, sich anzuschauen, was tatsächlich unter der Oberfläche vor sich geht, ist ein Kieselstein nicht mehr ganz einfach nur ein Kieselstein.
Werden auch Sie ein Wächter von Gervanne
Um unsere Flüsse zu schützen, sind nicht unbedingt große Maßnahmen erforderlich.
Bauen Sie keine Dämme, lassen Sie die Kieselsteine so weit wie möglich an ihrem Platz, hinterlassen Sie nichts am Ufer, beobachten Sie die Tiere, ohne sie zu stören, und vermitteln Sie den Kindern diese wenigen Verhaltensregeln…
Kleine Gesten, die – wenn sie von all jenen, die im Sommer die Drôme und die Gervanne genießen, mitgetragen werden – einen echten Unterschied bewirken können.
Nutzen Sie also Ihren Urlaub, entdecken Sie Neues, beobachten Sie die Umgebung, gehen Sie schwimmen …
Aber lassen Sie den Fluss doch ein Fluss bleiben.